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Sehr geehrter Leser/in,
die -BIWA- versteht sich als Interessensvertreterin derjenigen, die unter den aktuellen Ereignissen in der Würzburger Altstadt leiden und sich nicht länger in ihr Schicksal ergeben wollen. Sie ist lediglich ein Zusammenschluss von Geschäftsleuten und Altstadtbürgern ohne jegliche Rechtsform und Mitgliedschaft.
Außenstehende können im Grunde kein realistisches Bild der tatsächlichen Zustände in der Altstadt haben. Mag die Lage bis Mitternacht gerade noch gemütlich erscheinen, so ändern sich die Zustände zu späterer Stunde gravierend, was viele "Schönwetterbesucher" gar nicht mehr mitbekommen. Dies gilt es deutlich zu machen.
Die -BIWA- ist überparteilich, d.h. keiner Partei nahe stehend. Allerdings wird unser Anliegen ohne Unterstützung des Stadtrates, der Bürgermeister, der Stadtverwaltung sowie der Gastronomie kaum umsetzbar sein.
Die -BIWA- will den Dialog mit allen, die entweder Verursacher oder Problemlöser sind.
Die -BIWA- will keine Feindbilder aufbauen und schon gar keinen Generationenkonflikt, denn in einer lebendigen und attraktiven Stadt müssen alle Generationen gleichberechtigt ihren Platz haben.
Die Mitglieder der -BIWA- verstehen sich als Gastgeber in der Würzburger Altstadt, sind sie es doch, die mit erheblichem Aufwand Gebäudepflege betreiben, ein schönes Ambiente bieten und die Altstadt als Bewohner permanent mit Leben erfüllen. Als "Gastgeber" haben sie jedoch zumindest vor ihrer eigenen Haustüre das gute Recht, von den Gästen auch ein entsprechendes Benehmen erwarten zu können.
Wer die Gastfreundschaft von Würzburger Altstadtbewohnern im wahrsten Sinn des Wortes mit Füßen tritt, kann nicht mit deren Verständnis rechnen, wenn er deren Nachtruhe stört oder deren Eigentum beschädigt.
Mit welchen Problemen werden die Innenstadt Bewohner und Geschäftsleute konfrontiert ?
- Nächtlicher Lärm durch .....
- aus den Gaststätten vertriebenen Rauchern (Nichtraucherschutzgesetz)
- Passanten die zwischen den Diskotheken, Lokalen und Imbissen lautstark hin- und herpilgern
- Außengastronomie bis weit nach Mitternacht
- verursachten Parksuchverkehr
- Vandalismus und Sachbeschädigungen an .....
- Kfz und Fahrrädern
- Hauswänden, durch beschmieren
- Hausdekorationen wie Blumen und Pflanzenkübeln
- Verschmutzungen des öffentlichen Raumes, sowie Privatgebäuden durch .....
- Erbrochenes
- Urin
- Graffitischmierereien
- Flaschen, Gläsern und Müll aller Art
- Zunehmende Gewalt durch Agressivität von .....
- stark alkoholisierten Nachtschwärmern
- vorgeglühten Saufparty Teilnehmern (Rucksacksäufern)
- Randale Betrunkener zum Teil mit Körperverletzungen
- Beleidigungen und Bedrohungen von Altstadtbewohnern
Folgen für die Altstadtbewohner:
- Gesundheitsschädigungen durch Lärm, Schlafentzug und Stress
- Geschäftsausfälle bei Gewerbetreibenden sowie der Altstadt-Hotellerie (siehe Hotelbewertungen)
- Wegzüge aus der Altstadt, dabei Einbußen für Vermieter durch sinkenden Wohnwert
- Vermögensschäden bei Haus- und Wohnungseigentümern durch Wertminderung und Kosten für Reparaturen
- Steigende Kosten für die Steuerzahler wegen Müllbeseitigung, Reparatur von Vandalismusschäden im öffentlichen Raum
- Allgemein: Entwicklung eines negativen Images für die Würzburger Altstadt
Brennpunkte in der Würzburger Altstadt:
Grundsätzlich betrifft die Problematik nahezu die gesamte Innenstadt von Würzburg.
Bis auf einige wenige Strassen und Gassen, erstreckt sich das Ballungsgebiet über .....
- Sanderstrasse mit ihren Seitengassen ( z.B. Obere Johannitergasse, Elefantengasse )
- Augustinerstrasse mit ihren Seitengassen ( z.B. Bockgasse, Zinkhof )
- Karmelitenstrasse ( Marktgasse, Bronnbachergasse, Dettelbachergasse, Innerer Graben, Langgasse )
- Mainkai und Kärrnergasse
- Juliuspromenade ( Pleicherschulgasse, Pleicher Viertel )
- Gerberstrasse (Gertraudgasse, Bärengasse, Schüttgasse )
- Pleichertorstrasse
Unsere Vorschläge zur Verbesserung der Situation:
- Ein bürgernaher Altstadt-Entwicklungsplan:
Wir sind für eine stärkere Gewichtung der Wohnqualität und der körperlichen Unversehrheit der Bewohner gegenüber den Bedürfnissen von Partygängern, Szenegastronomie und Imbissbetreibern. Die Stadtspitze muss ihrer Verantwortung für die Altstadtbewohner bewußt werden und darf sie nicht den ungezügelten Forderungen nach falsch verstandener "Lebendigkeit" ausliefern.
- Mehr Präsenz von Ordnungskräften, wie z.B. kommunaler Ordnungsdienst, Bereitschaftspolizei und Polizei. Die Landespolitik hat hier dafür zu sorgen, daß mehr Stellen für Polizei bereitgestellt werden. Die jetzige Ausstattung reicht nach eigenen Aussagen der Würzburger Polizei nicht aus, um der Situation Herr zu werden. Für Verstöße bei vorsätzlicher Verschmutzung ( z.B. wildes Urinieren ), Randale und Ruhestörung sollten Konsequenzen spürbar werden, z.B. durch Verhängung von Bußgeldern durch den Ordnungsdienst und/oder Zwangsmaßnahmen durch Polizeikräfte.
- Restriktive Handhabung von Genehmigungen für neue Gastronomie:
Soweit dies im Einflussbereich der Behörden liegt, sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, eine weitere Zunahme der fatalerweise so gern propagierten "hohen Kneipendichte" abzuwehren. Besonders die Diskotheken sind in der Altstadt mittlerweile ein großer Belastungsfaktor. Die einschlägige "PARTY-Gastronomie" darf sich auch nicht immer darauf zurückziehen, dass sie keinen Einfluss auf das Geschehen vor ihren Locations hat. Durch gezieltes Einwirken auf Störer und rigorose Türsteher kann durchaus eine Verbesserung erreicht werden. Es ist schlechter Stil, dass zuerst das Geschäft mit den Gästen gemacht wird, indem sie durch Alkohol und Party aufgeheizt werden und dann - sobald die Gäste die Straßen unsicher machen - man nichts mehr damit zu tun haben will.
- Strenge Überwachung von Gaststättensperrzeiten und Lärmgrenz- und -richtwerten
durch Umweltamt bzw. Ordnungsamt, sowie kommunaler Ordnungsdienst.
Die Beibehaltung der derzeitigen Regelungen, verbunden mit punktuellen Sperrzeitverlängerungen ( =kürzere Öffnungszeit ) bei negativ auffallenden Gastronomiebetrieben ist das höchste der Gefühle.
- Konsequente Umsetzung bereits vorhandener Regelinstrumente
( z.B. Jugendschutzgesetz, Gaststättengesetz, Sperrzeit-VO, StGB usw. )
Die -BIWA- unterstützt angedachte Maßnahmen wie sie in Regensburg geplant werden ( "Saftmobil" oder "Jugendkneipe" ). Sie können jedoch nur ein Teil eines Maßnahmenbündels sein. Es darf nicht außer acht gelassen werden, dass die Verursacher der Missstände nicht nur Jugendliche sind, sondern grundsätzlich alkoholisierte der sonstwie berauschte und aggressive Personen auch anderer Altersgruppen.
- Alkoholverbote an bestimmten Brennpunkten ...
wären mit Sicherheit eine geeignete Alternative. Wir sind der Meinung, dass solche Maßnahmen juristisch wasserdicht und gut vorbereitet sein müssten und sehen bei einem räumlich begrenzten Alkoholverbot auch die Gefahr der Verlagerung des Problems.
weitere Vorschläge wären ...
- keine weitere Außengastronomie und Diskotheken im Bereich der genannten "Brennpunkte".
- Wirte sollen nach 01.00 Uhr keinen hochprozentigen Alkohol, sowie diverse Cocktails to go mehr ausschenken: Unbestritten wird die schlimme Lärm- und Müllsituation in der Altstadt durch übermäßigen Alkoholkonsum noch befeuert. Ob aber die Gastronomie hier ohne Widerstand mitspielen würde, ist mehr als zweifelhaft und eigentlich auch nachvollziehbar. Und wenn man die Gewohnheiten der Partygänger (Stichwort "Vorglühen" ) kennt, sind die Aussichten auf Umsetzbarkeit eher gering.
- Imbissbetrieben den Verkauf von Alkohol nach 23.00 Uhr zu untersagen. Hier kann schon eher angesetzt werden, zumal sich im Umfeld dieser Betriebe oftmals größere Personenansammlungen bilden.
- Bei nicht mittelfristiger Verbesserung der Missstände wären wir für eine Sperrzeit ab 01.00 Uhr, ein Straßenverkaufsverbot für alkoholische Getränke ab 23.00 Uhr und ein Nachtfahrverbot der nördlichen Karmelitenstrasse ab 23.00 Uhr.
- Aktivierung des Verkehrsüberwachungsdienstes und Aufstockung des kommunalen Ordnungsdienstes an den Wochenden gegen nächtliche alkoholisierte Ruhestörer.
- zu Zeiten des Weindorfes und der Weinparade sollten die öffentlichen Toiletten bis mind. 02.00 Uhr geöffnet bleiben und zusätzliche Fest-Sicherheitskräfte das Urinieren und Lärmen in den umliegenden Straßen und Gassen unterbinden.
- zu Zeiten der sogenannten Shuttle-Partys sollten an den Shuttle-Bushaltestellen mobile Toilettenhäuschen vom Veranstalter aufgestellt werden.
Unsere Ziele:
- Wertigkeit von Ruhe und Unversehrheit als Teil der Wohnqualität gegenüber rein kommerziellen Interessen hervorheben.
- Verständnis für die Problematik der Innenstadtbewohner wecken.
- Eingeschüchtertheit und Resignation der Altstadtbevölkerung aufbrechen und mehr Zivilcourage und Eigeninitiative herausforden.
- Einbindung möglichst aller Beteiligten, wie Gastronomie, Politik, Jugend, damit ein Dialog entsteht und eine Eskalation der Interessenslagen vermieden wird.
- Schaffung eines starken und aktiven Bürgernetzwerkes.
- Wir setzen auch auf das Nachdenken der Altstadtbesucher über ihr eignenes Verhalten, denn wir erkennen an, dass viele Ereignisse, die als Lärm wahrgenommen werden, oftmals Ausdruck einer guten Stimmung oder Unbedachtheit sind und nicht automatisch vorsätzlich oder böswillig herbeigeführt werden.
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